Sonja Voss
Die Wallücke-Bahn wurde ursprünglich als reine Güterbahn geplant, die Toneisenstein von der Wallücke (einem Pass im Wiehengebirge) zum Bahnhof in Kirchlengern bringen sollte. Auf Initiative der Landräte der Anliegerkreise wurde auch die Personenbeförderung in das Projekt aufgenommen. Als Gegenleistung konnte der verantwortliche Bauherr, der Georgs-Marien-Hüttenverein, die Gleise unentgeltlich an den vorhandenen Chausseen entlang verlegen. Auch an den Baukosten beteiligten sich die Kreise. Dieses Vorgehen wollte der Bergwerksverein gerne als Modellprojekt für weitere Standorte bewerben: Im Jahr 1897 erfolgte die feierliche Eröffnung der Bahnstrecke, die seit 1894 geplant worden war. Zur Einweihung am 25. September waren ausgewählte Gäste zur Probefahrt eingeladen. Hier wollte man die gelungene interkommunale Zusammenarbeit zwischen Herford und Minden ebenso inszenieren wie die Werbebroschüre des Bergwerksvereins auf den Weg bringen. Darin wurde die Schönheit der ostwestfälischen Landschaft gepriesen und die neue touristische Anbindung durch die Bahn gelobt, besonders aber die technische Ausführung der Fahrzeuge und der Strecke vorgeführt.